Zum 85. Geburtstag von Wilfried Jentzsch widmet sich dieses Porträtkonzert einem Komponisten, der wie kaum ein anderer Vokalklang, Elektronik und Bild zu synästhetischen Klangräumen verbindet. In Kooperation mit der Hochschule für Musik Dresden und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden spannt das Programm einen weiten Bogen zwischen barocker Geistlichkeit und zeitgenössischer „Visual Music“.
Im Zentrum stehen Werke von Wilfried Jentzsch – darunter mehrere Uraufführungen. Choral in dreifach Licht entfaltet aus einem modalen Kern eine vielschichtig transformierte Klangarchitektur. Mit Imago erklingt erstmals ein bereits 1978 entstandenes, hochkomplexes Vokalwerk, das über Jahrzehnte auf seine Realisierung wartete. In Imaginäre Landschaft, Dreaming Man und Chant verschmelzen Stimme, Elektronik und Video zu audiovisuellen Kompositionen, in denen sich Klangfarbe und Farbe, Zeitfluss und Bewegung gegenseitig durchdringen.
Historische Resonanzräume eröffnen Werke von Heinrich Schütz sowie des sächsischen Kantors Samuel Seidel aus dem 17. Jahrhundert. Ihre geistlichen Kompositionen aus Renaissance und Frühbarock treten in einen lebendigen Dialog mit Jentzschs zeitgenössischer Tonsprache – zwischen „Paradies- und Lust-Gärtlein“ und digitaler Projektion.
Ergänzt wird das Programm durch Hiromi Ishiis audiovisuelle Arbeit When the Bells are rebuilt, die historische Quellen und rekonstruierte Glockenklänge in poetische Klangbilder übersetzt.
„Ins dreifach Licht“ lädt ein zu einer vielschichtigen Reise durch Zeiten, Stile und Medien – ein Konzert zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen geistlichem Raum und imaginierter Landschaft.