Rudolf Mauersberger – Totentanz 1534

40 Jahre Kantor an einer Kirche – ein Seltenheitswert.

Kreuzkantor Rudolf Mauersberger hielt nichts von Ruhestand. Noch 82-Jährig musizierte er in der Dresdner Kreuzkirche mit dem Dresdner Kreuzchor im Februar 1971 – wenige Tage vor seinem Tod – das „Dresdner Requiem“, das er unter dem Eindruck der Bomben-Zerstörung Dresdens komponiert hatte, und – vorangestellt – seine berühmte Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“.

Dieses inzwischen weltweit aufgeführte A-Cappella-Werk hat Mauersberger auch als Auftaktkomposition verwendet für seinen 12teiligen „Zyklus Dresden“. Daraus stammt das hier von „AuditivVokal Dresden“ in Kammerbesetzung aus Anlass des 50. Todestages des Komponisten präsentierte Chorwerk „Totentanz 1534“ („Der alte Dresdner Totentanz“ - Näheres zum beschriebenen historischen Sandsteinrelief siehe https://www.deathnology.de/).

Rudolf Mauersberger entstammt einer erzgebirgischen Kantoren-Familie. Nach dem Musik- und Kompositions-Studium in Leipzig bekam er bereits 1914 den Arthur-Nikisch- Kompositionspreis und wurde 1919 in sein erstes Kantorat nach Aachen berufen. Seither hat er keine reinen Instrumentalkompositionen mehr geschaffen, sondern fast ausschließlich für Chor komponiert: a-cappella und chorsinfonisch, geistlich und weltlich.

In seinem zweiten Kantorat war er ab 1925 in Eisenach als Thüringer Landeskirchenmusiker tätig. Er gründete und leitete dort einen Knabenchor und gründete den bis heute bestehenden Bachchor. 1930 wurde er zum 25. Evangelischen Dresdner Kreuzkantor berufen.

In diesem traditionsreichen Kirchenmusiker-Amt hat Mauersberger mit hoher Kompetenz besonders die Heinrich-Schütz-Pflege betrieben. Er war darüber hinaus durch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen von Chorwerken junger Komponisten aktiver Förderer der modernen Kirchenmusik.

Als Chorleiter hat er mit herzlicher Verbundenheit – aber auch mit Strenge – den besonderen Klang des Kreuzchors geprägt und den Knabenchor zu Weltruhm geführt. Sein bleibendes Verdienst ist die Neu- bzw. Wiedergründung des Chores nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier entwickelte er auch eine reiche kompositorische Schaffensperiode. –

Viele dieser damals für den Knabenchor geschriebenen Werke werden heute gern von gemischten Chören aufgeführt. Anlässlich seines 125. Geburtstags wurde eine 3er-CD-Box mit seinen Werken produziert. An der musikalischen Gestaltung waren als „klingender Blumenstrauß“ ehrenamtlich 24 Chöre beteiligt.

In den Musikgeschichtsbüchern über das 20. Jahrhundert hat Rudolf Mauersberger einen ehrenden und dauerhaften Platz erworben.

AuditivVokal Dresden

Proben- und Arbeitsatelier

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