(c) Christian Hostettler

Dr. Friedrich Hausen

Ensemblephilosoph

Hausens ästhetischer Ausgangspunkt ist folgender: Kunst spricht, indem sie Erfahrungen provoziert. Kunsterfahrungen sind dabei Bilder für mögliche Erfahrungen jenseits der Kunst. In einer anderen Rhetorik gesprochen: Kunsterfahrungen sind Modelle für Erfahrungen jenseits der Kunst. Die ästhetische Werterfahrung steht entsprechend für Werterfahrungen im Leben, für existenziell Bedeutsames. In einem „Sprechen“ mit Werterfahrungen liegt auch das verändernde, utopische Potenzial von Kunst begründet.

Friedrich Hausen arbeitet mit Blick auf ästhetische Formen an einem Konzept der Bewegungskohärenz, das sich analog auf Musik übertragen lässt: Insbesondere in der Alten Musik wird musikalische Kohärenz oftmals weniger durch motivischen und harmonischen Zusammenhang hervorgebracht, als durch die Organisation von Spannung und Entspannung, und Zusammenhänge von Impuls und Effekt. Die Kohärenz musikalischer Bewegung trägt u. a. die Expressivität, die Schönheit sowie wesentliche Aspekte großformaler Einheit. Diese

Perspektive lässt sich auch auf die Analyse und Interpretation vieler Werke der Neuen Musik übertragen.
Mit AuditivVokal Dresden stehen derzeit Fragen nach einem neuen Menschenbild im Vordergrund. Wie kann – nach den Zeugnissen des Inhumanen im 20. Jahrhundert und angesichts der Klimakrise und der Ausbeutungsverhältnisse im 21. Jahrhundert – eine empathische, lebens- und menschenfreundliche Perspektive eingehalten werden? Was bedeuten die großen technologischen Veränderungen für unsere Lebensform? Und wie finden entsprechende Perspektiven und Überlegungen einen geeigneten musikalischen Ausdruck? Zu diesen Fragen entwickeln AuditivVokal Dresden und Friedrich Hausen seit Mai 2020 verschiedene Veranstaltungsformate.

(c) Christian Hostettler

AuditivVokal Dresden

Proben- und Arbeitsatelier

AuditivVokal Dresden
Könneritzstraße 19
01067 Dresden